Careum Gesundheitskompetenz

Mit Hacken durch die Pandemie

Digitale Möglichkeiten, Ideen und Technologien gewinnen in Zeiten der Pandemie zusätzlich Relevanz. Mit der Teilnahme am HackZurich taten sich für das Team Gesundheitskompetenz neue Welten auf. Im Fokus standen 2020 ausserdem die Schwierigkeiten der Bevölkerung im Umgang mit Informationen zum neuen Coronavirus.

Das Jahr 2020 war geprägt von zwei Pandemien: der «Corona-Pandemie» sowie der sogenannten «Infodemie», der Flut an Informationen rund um das neue Virus. Im Kontext dieser beiden Phänomene ist es zentral, dass Gesundheitsinformationen angemessen angewendet werden, um Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit zu fördern. Deshalb kommt der Gesundheitskompetenz in diesen Zeiten eine noch höhere Bedeutung zu. Um zu beurteilen, welche Schwierigkeiten sich der Schweizer Bevölkerung im Zusammenhang mit Informationen rund um das Coronavirus stellen, hat Careum Gesundheitskompetenz im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) Anfang Mai eine entsprechende Studie durchgeführt. Details zu dieser Erhebung finden sich hier.

Die Erhebung der Gesundheitskompetenz in Bezug auf das neue Coronavirus ist Teil des sogenannten «Schweizer Health Literacy Survey 2019–2021». In dieser internationalen Studie agiert Careum im Auftrag des BAG als «National Study Center». Im Rahmen dieser Studie wurden im Frühling 2020 – genau zu Beginn der Pandemie – Daten zur allgemeinen Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung erhoben. Diese Daten bilden die Grundlage für den nationalen Bericht über die allgemeine Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung und fliessen schliesslich in den international vergleichenden Bericht ein. Beide Berichte werden voraussichtlich 2021 erscheinen.

Neue Welten

Im September nahm das Team von Careum Gesundheitskompetenz am HackZurich 2020, dem grössten Hackathon Europas, teil. Aufgrund der Pandemie wurde der Anlass erstmals in hybrider Form mit ungefähr 300 Teilnehmenden vor Ort und 850 Online-Teilnehmenden durchgeführt. Gemeinsam mit der CSS-Versicherung sowie den Auto-ID Labs der ETH Zürich und der Universität St. Gallen wurde die Challenge «From Couch Potato to Fitness Hero» eingereicht. Die Aufgabe der Hackerinnen und Hacker war es, Ideen, Projekte und Anwendungen zu entwickeln, um die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und einen gesunden Lebensstil zu fördern. Die Herausforderung lag insbesondere darin, auch diejenigen Bevölkerungsgruppen, die häufiger Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen und gesundheitsförderlichem Verhalten haben, anzusprechen und zu motivieren. Aus den insgesamt 23 eingereichten Projekten für diese Challenge wurde ein Gewinnerteam erkoren. Dieses entwickelte die Anwendung «Active4Swag», welche einem – basierend auf vorhandenen Kalendereinträgen – intelligente Termine für Pausen und Aktivitäten in den eigenen Terminkalender bucht. Bei auswärtigen Terminen werden darüber hinaus die Distanz und Gehzeit zum Treffpunkt hin berechnet und entsprechend ein Vorschlag für einen Spaziergang dorthin gemacht. Zusätzlich ist ein Belohnungssystem integriert, um auf ein persönliches Ziel hin zu sparen, wie zum Beispiel neue Laufschuhe. Der HackZurich 2020 war ein spannender Anlass in einer für das Team bis dato noch eher fremden Welt. Es konnten viele Eindrücke zu digitalen Möglichkeiten, Ideen und Technologien gesammelt sowie Kontakte zu spannenden potenziellen Kooperationspartnern geknüpft werden.

Gesundheitskompetenz im Kanton Zürich

Im Programm «Gesundheitskompetenz Zürich», das in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich durchgeführt wird, geht es darum, mit verschiedenen Projekten die Gesundheitskompetenz im Kanton Zürich zu stärken. Die bereits im Jahr 2019 gestarteten Projekte «Selbstcheck Gesundheitskompetente Organisation» und «Leitfaden Arztbesuch» wurden im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Das Programm nimmt sich zudem den aktuellen Herausforderungen an, welche die Digitale Transformation und die Pandemie mit sich bringen. Mit zwei neuen Projekten in den Bereichen «Serious Games» und «Impfkompetenz» sollen in Zukunft insbesondere die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vermehrt in den Blick genommen werden.

Neue Leitung

Im Juli musste Careum mit Bedauern den Weggang von Dominique Vogt, die bis dahin den Bereich Gesundheitskompetenz geleitet hatte, zur Kenntnis nehmen. Dominique Vogt hatte sich aus privaten Gründen dazu entschieden, wieder zurück in ihre Heimat nach Deutschland zu ziehen. Nach einem intensiven Rekrutierungsprozess wurde Saskia De Gani, bisherige Mitarbeiterin im Bereich Gesundheitskompetenz, per Anfang September zur neuen Bereichsleiterin ernannt. Im Verlauf des Jahres stiessen drei weitere Mitarbeitende zum Team. Ausserdem konnten im November die neuen Büros im Careum 3 bezogen werden. Dies zeigt, dass der Bereich wächst und zunehmend Raum einnimmt.