Gesundheitskompetenz

Auf dem Weg zum Zentrum für Gesundheitskompetenz

Sie spielt eine wichtige Rolle, wenn es um ein gesundes Leben geht: die Gesundheitskompetenz. Deshalb will Careum ein führendes Kompetenzzentrum für dieses Thema etablieren.

Das Ziel von Careum ist es, im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen sowohl lokal, national als auch international Wirkung zu erreichen und eine Vorbildfunktion einzunehmen. Im Zentrum der Aktivitäten steht dabei immer der selbstbestimmte Mensch und die Orientierung an seinen Ressourcen. Hierbei spielt die Gesundheitskompetenz eine bedeutende Rolle. Erst eine ausreichende Gesundheitskompetenz ermöglicht es den Menschen, ein selbstbestimmtes Leben bei guter als auch bei eingeschränkter Gesundheit zu leben. Gerade deshalb möchte Careum mit Angeboten und Aktivitäten zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung sowie von Organisationen und relevanter Settings beitragen. Dies zeigt sich auch in der Strategie der Careum Gruppe für die Jahre 2020 bis 2023: «Careum etabliert ein führendes Zentrum für Gesundheitskompetenz», so lautet die strategische Stossrichtung, die das Thema explizit aufgreift.

Darin enthalten ist unter anderem das Ziel, intern und extern ein gemeinsames Verständnis von Gesundheitskompetenz zu etablieren und weiterzuentwickeln. Deshalb wurde im Berichtsjahr ein «Gesundheitskompetenz-Board» innerhalb der Careum Gruppe eingeführt. Das Gremium setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Careum Stiftung sowie der Bildungsinstitutionen von Careum (Careum Bildungszentrum, Careum Hochschule Gesundheit und Careum Weiterbildung) zusammen. Innerhalb des Gremiums sollen nicht nur ein gemeinsames Verständnis, sondern auch ein Überblick zu laufenden und geplanten Aktivitäten sowie Synergien zum Thema geschaffen werden. Darüber hinaus soll das Konzeptverständnis auch bei externen Anspruchsgruppen gefördert werden. So wurde 2020 ein Buchkapitel im Springer-Reference-Werk «Prävention und Gesundheitsförderung» mit dem Titel «Bedeutung und Stärkung von Gesundheitskompetenz/Health Literacy in der Prävention und Gesundheitsförderung» veröffentlicht. Weitere Publikationen in diesem Stil sind für das Jahr 2021 geplant. Zur Förderung eines gemeinsamen Konzeptverständnisses trägt überdies auch die Beteiligung in nationalen sowie internationalen Gremien, Netzwerken, Arbeitsgruppen und Allianzen bei. So beteiligt sich Careum zum Beispiel bei der DACH-Initiative Gesundheitskompetenz und ist langjähriges Mitglied der Allianz Gesundheitskompetenz.

Ein weiteres Ziel ist die Qualifikation von Fachpersonen des Gesundheits- und Sozialwesens für die Aufgaben zur Stärkung der Gesundheitskompetenz. Dies will Careum mit eigenen Lehr- und Lernangeboten erreichen. Fachpersonen des Gesundheits- und Sozialwesens haben eine zentrale Kommunikations- und Informationsvermittlungsfunktion. Deswegen ist es besonders wichtig, ihre Gesundheitskompetenz zu stärken. In einem Vorprojekt haben die Teams von Careum Gesundheitskompetenz und Careum Bildungsmanagement im Berichtsjahr die Grundlagen dazu erarbeitet. Dabei wurde geprüft, ob und wie das Konzept Gesundheitskompetenz bislang in der Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonen verankert ist. Auf dieser Basis soll unter anderem ein Vorschlag erarbeitet werden, um Gesundheitskompetenz in den Ausbildungscurricula der Gesundheitsfachpersonen zu etablieren. Darüber hinaus soll geprüft werden, wie Gesundheitskompetenz in den bestehenden Kursen, Veranstaltungen, Modulen und Lehrgängen der Bildungsinstitutionen von Careum verankert ist und wo und wie das Konzept zukünftig verstärkt Eingang finden kann.

Eine weitere Absicht ist es, den Wissensaustausch zu fördern und wichtige Impulse und Akzente in der Gesundheitskompetenz-Diskussion sowie in relevanten benachbarten Gebieten zu setzen. Hierfür ist es zentral, die Ausgangslage zu kennen. Um festzustellen, wie es um die Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung steht, wie diese im internationalen Vergleich einzuordnen ist und welche Erkenntnisse und Massnahmen daraus abgeleitet werden können, führte Careum im Frühling 2020 im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) den sogenannten «Health Literacy Survey 2019–2021» für die Schweiz durch. Die Resultate der Studie werden 2021 publiziert. Neben der Bevölkerung gilt es jedoch auch die Organisationen und Institutionen – insbesondere diejenigen im Gesundheitswesen – in den Blick zu nehmen. Das entsprechende Konzept wird als «organisationale Gesundheitskompetenz» bezeichnet. Sie ist ein Gradmesser dafür, wie Organisationen Menschen dabei unterstützen, informierte Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen zu können. Ein Pilotprojekt im Rahmen des Programms «Gesundheitskompetenz Zürich», das von der Careum Stiftung gemeinsam mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich getragen wird, soll helfen, dass sich Organisationen im Bereich Gesundheitskompetenz weiterentwickeln. Mit dem laufenden Pilotprojekt konnte bereits national als auch international Aufmerksamkeit gewonnen werden, was den Weg zu dessen Weiterführung und Erweiterung bahnt.  

Zusätzlich möchte Careum mit eigenen Angeboten, Aktivitäten und einem digitalen Leistungsportfolio sowie in enger Kooperation mit Partnern massgebliche Wirkung zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Schweiz erzielen. Neben den bereits genannten Massnahmen trägt hierzu beispielsweise ein Vorprojekt im Bereich Digitalisierung und Gesundheitskompetenz bei. Dabei wurde in einem ersten Schritt eine Zielgruppe identifiziert, bei der auf Basis vorliegender Erkenntnisse ein hoher Bedarf zur Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz vorliegt und eine hinreichende Erreichbarkeit und Wirkung durch eine geplante digitale Intervention angestrebt werden kann. Ausserdem ist im Rahmen des Programms «Gesundheitskompetenz Zürich» ein Projekt zur Stärkung der Gesundheitskompetenz bei jungen Erwachsenen in Bezug auf das Thema Impfen geplant. An einem entsprechenden Projektantrag zur Akquise von Drittmitteln für das Projekt wurde im Berichtsjahr intensiv gearbeitet. Junge Erwachsene sind auch die Zielgruppe in einem gemeinsamen Projekt mit dem Forschungsprogramm «Young Carers» der Careum Hochschule Gesundheit und dem Interdisziplinären Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung der Universität Bielefeld. Es zielt darauf ab, die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken, die eine nahestehende Person betreuen und unterstützen. Darüber hinaus arbeitet Careum Gesundheitskompetenz im Rahmen der «Arbeitsgruppe Patientenorientierung» des Gesundheitsnetzes 2025 der Stadt Zürich an einem Leitfaden zur Förderung der Patientenorientierung und begleitet ein Projekt des BAG, der Allianz Gesundheitskompetenz und von Gesundheitsförderung Schweiz zu «Gesundheitskompetenz in Kontexten». Im Rahmen dieses Projekts sollen die Möglichkeiten zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von sozial beratenden Organisationen und deren Klientinnen und Klienten als auch deren Mitarbeitenden untersucht werden.

All diese Entwicklungen sowie die laufenden und geplanten Aktivitäten zeigen klar, in welche Richtung es geht: die Etablierung eines führenden Zentrums für Gesundheitskompetenz.