Gesundheitskompetenz

5 Fragen an Saskia De Gani, Leiterin Careum Gesundheitskompetenz

Frau De Gani, Sie haben im September 2020 bei Careum die Leitung des Bereichs Gesundheitskompetenz übernommen. Zuvor waren Sie bereits seit 1 ½ Jahren Teil des Teams. Wie hat sich Ihre Arbeit mit der neuen Position verändert?
Die Arbeit hat sich seit Antritt der neuen Stelle auf verschiedenen Ebenen verändert. Aufgrund der Tatsache, dass ich die Leitung des Bereichs zuerst interimsmässig und dann definitiv übernommen habe, vollzog sich diese Veränderung jedoch relativ fliessend. Ein gutes Beispiel für eine klare Veränderung ist jedoch die Einbindung in den Strategieprozess. Als Mitarbeiterin hatte ich hier wenig Berührungspunkte. Nun bin ich für eine der fünf strategischen Stossrichtungen bis 2023 verantwortlich. Dies fordert ein anderes Denken, einen weiteren Blick, ein Loslösen vom Alltagsgeschäft. Allgemein richtet sich meine Aufmerksamkeit nun zusätzlich auf das grosse Ganze, auf Trends und Entwicklungen, Chancen und Risiken. Der Bereich Gesundheitskompetenz befindet sich noch immer im Aufbau. Mit meinen Ideen und Vorstellungen kann ich diesen nun mitgestalten. Zur neuen Position gehören aber auch der Aufbau und die Führung eines Teams sowie das Kennenlernen diverser Partner und die Pflege und Erweiterung des Netzwerks. Dies sind alles extrem spannende Aufgaben, die ich seit September in Angriff nehmen darf.

Gesundheitskompetenz ist für viele noch immer ein Fremdwort. Wie erklären Sie den Begriff in Ihren eigenen Worten?
Gesundheitskompetenz ist tatsächlich ein vor allem in der Schweiz noch wenig bekannter Begriff. Das Konzept entwickelt sich zudem stets weiter, gerade in Zeiten der Pandemie. Dies macht eine einfache Definition zusätzlich schwierig. Ich würde es vielleicht so beschreiben: Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, die wesentlichen Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und zu nutzen, um im Alltag angemessene Entscheidungen für die Gesundheit treffen zu können. Gesundheitskompetenz ist dabei verknüpft mit Bildung und umfasst sowohl Wissen, Motivation als auch Handlungskompetenz. Wichtig ist es zu betonen, dass Gesundheitskompetenz nicht nur in der Verantwortung jedes und jeder Einzelnen liegt, sondern mindestens ebenso beim Umfeld und beim System.

Sie haben Bewegungswissenschaften und Sport an der ETH Zürich studiert. Inwieweit hilft Ihnen dieses erworbene Wissen bei Ihrer Tätigkeit bei Careum?
Das Studium der Bewegungswissenschaften und des Sports gibt mir die notwendigen naturwissenschaftlichen Grundlagen, um die Physiologie des Menschen besser zu verstehen. Das Lehrdiplom hilft mir zusätzlich, Informationen zielgruppengerecht zu vermitteln. Sicherlich trägt meine gesamte Ausbildung, inklusive des Doktorats an der Universität Zürich, wesentlich dazu bei, kritisch zu denken, evidenzbasiert zu arbeiten sowie Wissen und Erkenntnisse angemessen zu vermitteln. Schliesslich bin ich auch überzeugt, dass der Sport allgemein eine gute Lebensschule ist. Man strebt nach Zielen und Fortschritt. Man investiert, man hält durch und man schafft gemeinsam mit anderen erfolgreiche und schöne Momente.

Wie stärken Sie Ihre eigene Gesundheitskompetenz?
Bei der Stärkung meiner eigenen Gesundheitskompetenz hilft mir meine tägliche Arbeit. So weiss ich dadurch beispielsweise, welche App mir vertrauenswürdige Informationen zu einem Gesundheitsthema geben kann. Entsprechend nutze ich eher diese, anstatt «Dr. Google» zu konsultieren.

Welche Apps nutzen Sie denn konkret?​
Ein gutes Beispiel ist «MedBusters». Die Gesundheitsinformationen basieren auf medizinischem Fachwissen aus unabhängigen Quellen und werden von renommierten wissenschaftlichen Instituten aus Deutschland und Österreich überprüft. Die wissenschaftlichen Informationen werden zudem in leicht verständlicher Sprache erklärt.